44 Jahre Arecibo-Botschaft

Heute vor 44 Jahren sandte das Radioteleskop in der Nähe von Arecibo, Puerto Rico, eine Nachricht ins All. Den Anstoß dazu gab Frank Drake, ein US-amerikanischer Astronom und Astrophysiker. Er initiierte damit eine Ausstrahlung von binär codierten Informationen über die Biologie des Menschen, die menschliche Population und die Herkunft des Signals.

Messier 13 (M13) Credit: Adam Block CC BY-SA 3.0 us

Die Botschaft wurde in Richtung des Kugelsternhaufens Messier 13 (M13) geschickt, da hier sehr viele Sterne auf engem Raum konzentriert sind. Dennoch gibt es ein Problem: Bei der Aussendung wurde vergessen die Eigenrotation der Milchstraße zu berücksichtigen, weshalb der Kugelsternhaufen M13 in knapp 25.000 Jahren – also dann, wenn das Signal dort eintreffen sollte – viele Lichtjahre vom berechneten Ankunftsort entfernt sein wird. Das Signal wird also in den unendlichen Weiten des Alls verloren gehen oder aber, es trifft auf den Weg dort hin auf eine Lebensform, die es empfangen und verstehen kann.

Arecibo-Botschaft Credit: Arne Nordmann CC BY-SA 3.0

Verstehen – das ist es, was viele Wissenschaftler kritisieren: Der Empfänger muss die Nachricht komplett empfangen, denn nur so kann die Nachricht entschlüsselt werden. Fehlen von den 1679 Bit nur ein paar Daten, ist die Botschaft nicht zu verstehen. Desweiteren muss der Empfänger die enthaltenen Primzahlen als Längen- und Breitenangaben eines Rechtecks deuten können. Als Letztes ist es noch wichtig, dass das binäre Zahlensystem benutzt werden muss, um die verschlüsselten Informationen lesen zu können.

Nicht nur beim Verstehen wird Kritik geübt, sondern auch bei der Nachricht an sich: Sie könnte falsch interpretiert werden, oder gar eine Invasion feindlich gesinnter Außerirdischer heraufbeschwören, womit eine Auslöschung der gesamten Menschheit zu rechnen wäre. Selbst der hoch angesehene Astrophysiker Stephen Hawking war der Ansicht, dass eine aktive Suche, also das Versenden von Nachrichten ins All, ein fataler Fehler wäre.

Bisher gab es noch keine Antwort aus dem All. Natürlich kann es aber auch sein, dass die Botschaft oder eine mögliche Antwort noch immer unterwegs sind, denn immerhin hat es jetzt ganze 44 Jahre gedauert um nur einen Bruchteil, also etwa 416 Billionen* km der etwa 236.513.210.125.000.500 km entfernten Sternengruppe, zurückzulegen.

*Berechnung:
1 Lichtjahr (ly) = 9.460.528.405.000,02 Kilometer (km)
44 ly = 416.263.249.820.000,9 km

 

Beitragsbild/Titelbild:
Credit: JidoBG, CC BY-SA 4.0, Wikipedia

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