Thailand 2019

Nachdem meine beste Freundin Anna zusammen mit ihrer Freundin, ebenfalls Anna, im September 2018 ihre Weltreise angetreten haben, beschloss ich, dass ich die Mädels zu meinem 30. Geburtstag besuchen würde. Ziel? Thailand.

So planten wir also Wochen zuvor, wann ich meine Reise antreten würde. Nachdem der Flug gebucht und eine erste Unterkunft in Bangkok gefunden war, startete das Abenteuer also schließlich am 6. Januar am Münchner Flughafen mit einem Airbus A380 von Emirates nach Bangkok. Es handelte sich dabei um keinen Direktflug, was also bedeutete, dass ich in Dubai, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, zwischenlanden würde.

Flug nach Dubai und weiter nach Bangkok

Der Flug nach Dubai war ohne Probleme und ohne Turbulenzen. Der riesen Vogel liegt wirklich sehr ruhig in der Luft und die Lautstärke der Turbinen ist im Inneren der Kabine, verglichen mit anderen Flugzeugen, kaum wahrnehmbar. Der Service an Bord in der Economy-Class ist bei Emirates hervorragend.

In Dubai angekommen, studierte ich die Anzeigetafel, um herauszufinden, zu welchen Gate ich musste. Auf dem Weg dorthin musste ich mit den Aufzug nach unten und von dort mit der Bahn weiter zu meinem Gate. Das Kuriose dabei war, dass ich immer noch im gleichen Terminal war, obwohl ich gefühlt erst ein paar Kilometer weiter aus der Bahn ausgestiegen bin. Man merkt hier also schon, dass der Flughafen riesig ist.

Unterwegs lernte ich noch ein älteres Ehepaar kennen, das, wie sie mir bei einem Kaffee erzählten, bereits seit mehr als 30 Jahren nach Thailand fliegt. Zunächst beruflich, da beide an einer Universität unterrichteten und später dann privat. Sie haben natürlich in der Zwischenzeit viele Freunde dort gefunden. Ich wartete also zusammen mit den beiden auf unser Boarding.

Im Flugzeug dann saßen wir allerdings getrennt. Und trotzdem hatte ich während des Flugs eine interessante Unterhaltung: auf den Plätzen neben mir setzte sich ein österreichisches Pärchen nieder. Wir kamen direkt ins Gespräch. Es waren wirklich nette und liebenswerte Leute. Die Themen reichten vom Urlaub bis hin zu politischen Geschehnissen. An dieser Stelle viele Grüße nach Österreich!

In Bangkok gelandet, versuchte ich so schnell wie möglich zu den Passkontrollen zu kommen. Wichtig war mir hier auch, dass ich umgehend Internet hatte, so dass ich den Mädels schreiben konnte, dass ich gelandet bin und wo wir uns treffen.

Bangkok: Erster Eindruck

Nach ein paar Nachrichten und eine Stunde Verzögerung sah ich die beiden Annas auf mich warten – sogar mit einem Schild: „Mr. Suttner“

Wir fuhren dann noch mit dem Skytrain und der U-Bahn zu unserem Hostel. Der erste Eindruck war gigantisch. So viel Verkehr. Die Hochhäuser. Das Streetfood – an jeder Ecke. Im Hostel angekommen, machten wir es uns erstmal gemütlich und aßen noch das „Fastfood“ – aufgewärmt in der Mikrowelle – das wir uns in einem „7-Eleven“ Supermarkt um die Ecke gekauft hatten.

Am nächsten Tag ging es dann mit einem Expressboot über den Fluss „Mae Nam Chao Phraya“ in Richtung Königspalast. Hier wurden wir Zeuge eines königlichen Familienbesuchs, der gerade dabei war den Palast zu verlassen. Natürlich war zu dieser Zeit viel Polizeiaufgebot und die Straßen gesperrt. Somit war auch ein Besuch im Königspalast gerade nicht möglich und die Wartezeit für die reguläre Öffnung für Besucher verschob sich. Das tat aber den bereits riesigen Warteschlangen keinen Abbruch. Somit beschlossen wir ohne Besuch im Palast weiter zum Tempel Wat Pho zu laufen, der sich in unmittelbarer Nähe befand. Hier lag sie, die berühmte 43 Meter lange Buddha-Statue aus Gold(folie).

Mit eine Boot setzten wir anschließend ans andere Ufer über und begaben uns in einen weiteren wunderschönen Tempel: Wat Arun
Hierbei ist besonders der Phra Prang – der zentrale Prang – erwähnenswert. Die Höhe dieses Gebildes wird unterschiedlich beziffert. So geben einige Quellen 66/67 m an, andere wiederum sprechen von 80 bis 86 m Höhe. Der ganze Turm ist mit einem Mosaik aus bunten Porzellan und Muscheln überzogen. Wirklich beeindruckend und sehenswert.

Abends waren wir noch Sushi essen. Man schmeckt definitiv einen Unterschied. Sushi in einem asiatischen Land schmeckt nochmal intensiver und natürlich irgendwie auch frischer. Es wird auch mit viel Liebe angerichtet.

Shoppingmall, Chinatown und Night Market

Am nächsten Tag standen wir etwas später auf und machten uns gegen Mittag auf den Weg in eine Shoppingmall. Die Einkaufszentren sind einfach so riesig, dass sogar eine Eislaufbahn vorhanden ist.

Ich wollte unbedingt noch Chinatown sehen, da mich die Beleuchtung, besonders die Neonlichter, faszinieren. Man fühlt sich hier dann doch ein bisschen wie in einem Cyberpunkfilm à la „Bladerunner“ oder „Ghost in the Shell“. Nicht gesehen? Bildungslücke! Unbedingt nachholen, dann versteht ihr was ich meine.

In Chinatown selbst haben wir uns zum Abendessen an einem chinesischen „Restaurant“ – auf dem Gehweg, direkt an der Straße – niedergelassen. Wir kamen mit einem Einheimischen ins Gespräch – natürlich auf Englisch – und konnten uns so Einblicke in die Essenskultur in Bangkok verschaffen. Während seine Frau und seine Kinder noch Essen aus der Karte aussuchten, erzählte er uns, dass viele Thailänder nach Chinatown kommen würden, weil die Qualität hier nochmal höher ist und aber auch anders gekocht wird. Man kann sich das also so wie bei uns vorstellen, wenn wir zum Italiener um die Ecke gehen. Ob die Qualität hier besser ist, als in einer gutbürgerlichen Küche? Na ja, das sei mal so dahingetellt. Dennoch: das Essen war hervorragend.

Als ob das für einen Tag noch nicht genug wäre, entschlossen wir uns noch den Night Market zu besuchen. Hier gab es allerlei Sachen. Von Essen, Trinken, über Handtaschen und Rucksäcke bis hin zu Selfiesticks. Ich war dann froh, als wir noch in die Bar „Frankfurt 69“ einkehrten. Hier gab es sogar deutsches Bier und Weizen.

Khlong Toei Market, Hot Pot BBQ und Lebua Sky Bar

Von Märkten nicht genug schlenderten wir am darauffolgenden Tag über den Khlong Toei Market, der ganz in der Nähe unseres Hostels war. Hier gab es frisches Gemüse, Obst, Fisch und Hühnchen. Wirklich frisch. So frisch, dass Fisch und Hühnchen kurz vorher noch gelebt haben. Ja, es wurde tatsächlich vor Ort geschlachtet. Für die Mädels war der Anblick nicht so toll und haben es auch nicht so ganz verkraftet. Aber auch hier gilt: andere Länder, andere Sitten. Trotzdem sind wir bald wieder aus dem Markt raus und zurück ins Hostel.

Abends gingen wir Hot Pot BBQ essen. Das kann man nicht beschreiben, das muss man probiert haben. Außer: es war wirklich hervorragend. Man kann es sich wie Fondue vorstellen, nur, dass man verschiedene Saucen und verschiedene Brühen im Topf hat.

Danach besuchten wir mein persönliches Highlight in Bangkok: die „Lebua Sky Bar“. Bekannt ist die Sky Bar aus dem Film „Hangover 2“ wobei sich die Protagonisten zu einer vermeintlichen Geldübergabe im 64. Stock treffen. Ich will nicht spoilern, also schaut ihn euch einfach an.
Der Ausblick: gigantisch – man kann die ganze Stadt überblicken. Dort oben zu sein ist wie, wenn man kurzfristig berühmt wäre. Die Menschen sind stilvoll gekleidet und auch die Preise der Getränke liegen in den oberen Sphären. Zwar kann man sich ein Getränk als Normalsterblicher noch leisten, aber die Drinks sind erheblich teurer, als wohl in einer Bar unten in den Gassen.

Night Train und Ko Pha-ngan

Am nächsten Tag ging es zum Hauptbahnhof. Von da aus nahmen wir den Nachtzug („Night Train“ oder auch „Sleeper Train“ genannt) nach Surat Thani. Der Zug entsprach natürlich nicht den Standards, wie wir es in Deutschland gewohnt sind, aber im Handumdrehen wurde der ganz normale Sitzplatz in ein Bett umgestaltet. Mein Sitznachbar, aus der französischen Schweiz, hatte das Bett über mir gebucht. Nach etwas mehr als 12 Stunden Fahrt kamen wir schließlich in Surat Thani an. Zugegeben, gemütlich war das Bett nicht wirklich. Mir persönlich war es schlichtweg zu klein. Aber eine Nacht konnte man es schon aushalten.

Nach etwa einer Stunde Wartezeit ging es mit dem Bus weiter zum Hafen. Von dort aus mit dem Katamaran nach Ko Pha-ngan. Mit dem Taxi fuhren wir vom Hafen ins Hotel. Taxi? Nun gut, sagen wir mal lieber umgebauter Pritschenwagen. Im Hotel angekommen hatten wir einen wahrhaftig paradiesischen Ausblick aufs Meer. Ein traumhaftes Bild erwartete uns: wie auf einem Postkartenmotiv oft zu sehen, erstreckte sich eine Palme aufs Meer hinaus. Wir sind angekommen. Die Tortur mit dem Zug, das längere Warten auf den Bus und die gefühlt nicht enden wollende Schiffsüberfahrt – all das war nun vergessen.

Jetzt war Entspannung angesagt. Wir verbrachten die meisten Tage am Strand und genossen Cocktails und das Essen. Wir fanden auch unser Lieblingsrestaurant ein paar Meter außerhalb der Hotelanlage. Hier gab es wirklich gutes thailändisches Essen, z.B. Kaeng Masaman – eine Art Eintopf mit Masaman-Curry.

Wir liehen uns Roller aus und fuhren in die Stadt. Hier besuchten wir abends noch einen – wie könnte es anders sein – Night Market. Am nächsten Tag ging es zu einem Strand, der als Geheimtipp gilt – allerdings fanden wir ihn nach Ankunft dann doch nicht ganz so spannend. Unser Strand direkt vor unserem Hotel war tatsächlich um einiges schöner.

Nachdem wir uns nachmittags noch massieren haben lassen und zum letzten Mal zu unserem Lieblings-Thai-Food-Restaurant vorbeigeschaut haben, ging es am darauffolgenden Tag bereits wieder zurück nach Bangkok.

Wir fuhren erneut mit dem Taxi, von dort mit dem Katamaran nach Chumphon. Hier stiegen wir dann in den Bus, der uns nach Bangkok brachte. Wir kamen um ca. 01:30 Uhr in Bangkok an. Gut, dass wir vorher bereits ein Hostel für eine Nacht gebucht hatten. So konnten wir nochmal richtig ausschlafen, bevor es dann zum Flughafen ging.

Abschied und Heimflug

Nachmittags kamen wir mit dem Zug am Bahnhof an. Der Abschied fiel nicht leicht. Aber die beiden Annas erkunden nun weiterhin die große Welt. Es war schön zumindest ein paar Tage mit ihnen auf der anderen Seite der Welt verbringen zu können.

Ich freute mich bereits auf zu Hause. Auch, wenn die neuesten Wetterdaten ein Temperaturunterschied von 30 bis 35 Grad voraussagten. Winter in Deutschland – heiß und schwül in Thailand.

Diesmal habe ich einen Sitz im oberen Stock des A380 gebucht gehabt. Ich war gespannt. Es war doch ungewöhnlich in ein Flugzeug einzusteigen, das doppelstöckig ist. Aber wie auch schon auf dem Hinflug – ich wurde nicht enttäuscht. Meiner Meinung nach ist der A380 einer der ruhigsten Flugzeuge der Welt. Auch hatte ich weiteres Glück: der Flug war nicht komplett ausgebucht, weshalb sich mein Sitznachbar in die mittlere Reihe verabschiedete und sich dort zum Schlafen niederließ. Somit hatte ich auch niemand neben mir und deshalb umso mehr Platz für mich.

In Dubai dann ging es wieder mit dem Zug zum anderen Gate. Ich hatte diesmal natürlich bereits einen besseren Überblick über den Flughafen und so konnte ich meinen Aufenthalt bei einem Kaffee und Schokobällchen genießen, ohne, dass ich Panik hatte mein Gate nicht zu finden.

Boarding. Die Boeing 777 war fast voll besetzt. Es gab den einen oder anderen leeren Sitzplatz. Man hörte vertraute Stimmen und wusste sofort: hier sind viele deutsche Passagiere an Bord. Auch hier kam man direkt wieder ins Gespräch. Wo warst du? Wie war dein Urlaub? Man hatte direkt eine nette Unterhaltung, wodurch der Flug nach München gar nicht so lange dauerte, als gedacht.

München

Der riesen Vogel setzte auf der Landebahn auf und man wusste: jetzt ist der Urlaub vorbei.

Es waren wunderschöne Tage. Es war schön das Land zu sehen und die Kultur kennenzulernen. Vielen Dank an Anna und Anna, für die Organisation und diese wirklich spannende Geschichte. Es war teilweise schon ein kleines Abenteuer – zumindest für jemanden, der meist nur Pauschalreisen bucht.

Machs gut Thailand. Bis bald!

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